Praktische Umsetzung des Investmentansatzes

 

1. Der Aktien- und Anleiheanteil eines Wertpapierportfolios

Ein gutes Wertpapierportfolio entsteht aus einem vernünftigen Zusammenspiel offensiver und defensiver Bausteine. Deshalb sind die einzelnen Bausteine eines Portfolios - Aktien und Anleihen - nicht isoliert, sondern immer auf ihre Kombinationsfähigkeiten im Portfoliozusammenhang zu betrachten:

 

1.1 Der offensive Baustein: Aktien

Der Aktienanteil unserer Portfolios investiert mit Hilfe von kostengünstigen passiven Fonds in über 12.000 einzelne Aktien aus aller Welt. Diese Aktienvielfalt verringert das Risiko aus einer einzelnen Aktie ohne die Ertragsmöglichkeiten des Portfolios zu senken. Die systematische Risikoprämie für unternehmerische Tätigkeiten (das allgemeine Aktienmarktrisiko) bleibt jedoch erhalten. Das ist die Kraft einer systematischen  Diversifikation!

Die Aufteilung der Aktien entspricht im ersten Schritt der Marktbewertung der einzelnen Aktien.

In einem zweiten Schritt weichen wir von der Marktbewertung ab, indem wir kleine und Unternehmen mit niedrigeren relativen Preisen und mit höherer Profitabilität übergewichten (sog. Fama-French-Risikofaktoren). Diese Unternehmen besitzen aufgrund ihres höheren Risikos auf Dauer mehr erwartete Rendite. Das höhere Risiko kann mehr Schwankungen bedeuten – ansonsten wäre es keine Risikoprämie. Unser globales Aktienportfolio (Weltportfolio) spiegelt alle den Aktienanteilen entsprechenden Währungen wieder, was die Schwankungen der einzelnen Aktienmärkte dämpft.

 

1.2 Der defensive Baustein: Anleihen

Der Anleiheanteil soll die Schwankungen (Volatilität) Ihres Gesamtportfolios auf das mit Ihnen besprochene Chance-/Risikoprofil senken. Ertragserzielung ist nicht Aufgabe des Anleihe-, sondern des Aktienanteils. Denn die Wissenschaft zeigt, dass die Risikoprämien aus schlechter Bonität und langer Laufzeit in keinem vernünftigen Verhältnis zum eingegangenen Risiko stehen. Deshalb suchen wir gute Bonitäten und kurze Laufzeiten im Anleihebereich.

Diese Zielsetzung erfüllen im Wesentlichen nur Anleihen hoher Bonität mit einer kurzen Laufzeit in der jeweils heimischen Währung des Anlegers. Risiken durch Währungsschwankungen und -änderungen vermeiden wir. Aufgrund der EUR-Währungskrise verwenden wir für Mandanten, die vor allem in Deutschland ihren Lebensmittelpunkt haben, bewusst nur Schuldner aus dem Rechtsgebiet der Bundesrepublik Deutschland. Wir legen in Bundesanleihen, jedoch meist in Anleihen deutscher Bundesländer, Pfandbriefen und Kommunalobligationen nach deutscher Gesetzgebung (Pfandbriefgesetz) an. Pfandbriefe und Kommunalobligationen bieten über die Haftung der jeweiligen Bank hinaus zusätzliche Sicherheiten in Form von Grundschulden bzw. beziehen sich auf Kommunen mit eigenem Steuererhebungsrecht.

Die Laufzeit der Anleihen ist im Wege einer Fälligkeitsleiter auf fünf Jahre gestaffelt. Jedes Jahr wird ein Fünftel des Rentenbestandes fällig und wiederum auf fünf Jahre Restlaufzeit angelegt. Zinsstrukturkurven steigen meist an. Deshalb erzielt eine Anlage mit längerer Laufzeit höhere Zinsen als eine Anlage mit kürzerer Laufzeit. Wir legen laufend in eine Ursprungslaufzeit von fünf Jahren an. Die durchschnittliche gewichtete Laufzeit liegt zwischen zwei bis drei Jahren. Dies mindert das Laufzeit- und Wiederanlagerisiko.

 

Grafische Darstellung einer Rentenleiter

 

Mehr Hintergrundwissen zur Aufgabe von Renten in einem Wertpapierportfolio erfahren Sie im VV-Brief No. 6: Langeweile, sonst nichts? Der  risikolose Teil eines Wertpapierportfolios.

 

2. Disziplin und Investmentplanung

Die Anteile aus Aktien und Renten werden im Rahmen Ihres individuellen Investmentplans auf Sie abgestimmt. Dies kann eine vereinbarte Aktienquote zwischen 0 bis zu 100% sein. Aus Risikogründen führen wir regelmäßig Transaktionen als Spitzenausgleich durch, um ein Wertpapierportfolio nach größeren Marktveränderungen im Aktien- und Rentenbereich auf die mit unseren Mandanten vereinbarte Aufteilung zwischen Aktien und Renten (Allokation) anzupassen (Re-Balancing). Wenn sich die Aktienquoten bei einem Kursanstieg der Aktien erhöhen, verkaufen wir Aktien und umgekehrt. So bleiben unsere Mandanten stets in der vereinbarten Allokation investiert.

Re-Balancing ist Teil unserer Begleitung Ihres Investmentplans, Ihr vereinbartes Risiko beizubehalten. Wir ändern Ihr Risiko nur, wenn sich Ihr Leben und Ihr Investmentplan ändern - und nicht, wenn sich ein Prognose ändert.

Eine historische Simulation der Wertentwicklungen verschiedener Wertpapierportfolios entnehmen Sie bitte der Rubrik "Wertentwicklungen verschiedener Portfolios".

 

Re-Balancing eines Portfolios aus ursprünglich 50% Aktien und 50% Renten nach einem Anstieg der Aktienkurse

 

Datum der ersten Veröffentlichung: 09.04.2013; Datum der Aktualisierung: 11.04.2014

Bitte beachten Sie die Rechtlichen Hinweise.