Die wirtschaftliche und rechtliche Vermögensgestaltung

 

Neben der Vermögensplanung, -begleitung und -verwaltung beeinflussen die Kosten und Steuern die Wertentwicklung einer Vermögensanlage. Die wissenschaftliche Forschung zeigt, daß die Kostenbelastung ein entscheidender Faktor einer zukünftigen Wertentwicklung ist.

Wir verringern die Kostenbelastung unserer Verwaltungsmandate durch eine effiziente wirtschaftliche und rechtliche Gestaltung Ihres Vermögens:

 

A. Wirtschaftliche Vermögensgestaltung

Der gewählte Investmentansatz beinflußt maßgeblich die Kostenbelastung. Unser wissenschaftlich passiver Investmentansatz "Vernünftig Investieren" besitzt gegenüber einem traditionellen, meist aktiven, Investmentansatz Vorteile in der Kosten-, Gebühren- und Steuerbelastung.

Wir verwenden im Aktienbereich zu einem großen Teil institutionelle passive Fonds, die als sog. Anlageklassenfonds (asset class funds) gegenüber herkömmlichen passiven Fonds, wie Indexfonds oder ETF Exchange Traded Funds, eine geringere Gesamtkostenbelastung aufweisen. Die Gesamtkostenbelastung eines Fonds (vgl. Ortmann, Dr. Mark in der Bibliothek) setzt sich aus dem angegebenen TER Total Expense Ratio (explizite Kosten) und den nicht veröffentlichen Kosten (implizite Kosten) aus Transaktionskosten und Geld-Brief-Spannen zusammen. Ein häufiger Umschlag durch aktiven Handel eines herkömmlichen passiven Fonds verursacht hohe Gesamtkosten. In den von uns verwendeten passiven Anlageklassenfonds investieren nur Anleger, die wissenschaftlich passiv investieren, und deshalb die Fondsanteile selten kaufen und verkaufen. Aufgrund dieser Selbstverpflichtung liegt der jährliche Umschlag der Fondsvermögen der von uns verwendeten Anlageklassenfonds nur zwischen 10 bis 15% p.a.. Der Umschlag sonstiger passiver Fonds ist wesentlich höher. Aktive Fonds erzeugen gegenüber allen erwähnten passiven Varianten die mit Abstand höchsten Kosten. Deren Umschlag kann erheblich über 100% p.a. liegen (von anderen Nachteilen aktiver Fonds, wie das Bilden von Klumpenrisiken, ganz zu schweigen).

Wissenschaftlich passives Investieren ist eine Form des Kaufen-und-Liegenlassen (Buy-and-Hold). Strenges Buy-and-Hold setzt die laufenden Wertpapiertransaktionen und Transaktionskosten auf Null. Es werden keine Kursgewinne realisiert; die Steuerbelastung aus realisierten Kursgewinnen liegt bei Null. Dennoch führen wir aus Risikogründen regelmäßig Transaktionen als Spitzenausgleich durch, um ein Wertpapierportfolio nach größeren Marktveränderungen im Aktien- oder auch Rentenbereich auf die mit unseren Mandanten vereinbarte Aufteilung zwischen Aktien und Renten (Allokation) anzupassen (sog. Re-Balancing). Abhängig von den Marktverhältnissen und der Aufteilung zwischen Aktien und Renten verursacht das Re-Balancing - im Vergleich zu einem traditionellen aktiven Investmentansatz jedoch wesentlich geringere - Kosten, Gebühren und Steuern. Aktives Investieren, was meist mit einem häufigeren Umschlag des Portfolios verbunden ist, verursacht demgegenüber höhere Transaktionskosten, höhere realisierte Kursgewinne und damit Steuern.

 

B. Rechtliche Vermögensgestaltung

Auch die rechtliche Form der Einbuchung Ihres liquiden Vermögens beeinflußt die Kosten. Die Verwaltung Ihres liquiden Vermögens im Rahmen unseres wissenschaftlich passiven Investmentansatzes "Vernünftig Investieren" kann in unterschiedlichen rechtlichen Formen gebucht werden. Abhängig von Ihrem Einzelfall und Ihrer Investmentplanung im Rahmen einer Vermögensplanung verursachen die Einbuchungsformen unterschiedliche rechtliche, steuerliche und kostenbezogene Folgen.

Nur nach einer umfassender Beurteilung Ihres Sachverhaltes durch Ihre rechtlichen und steuerlichen Berater, die unbedingt erforderlich ist (siehe Rechtliche Hinweise), wären folgende Möglichkeiten denkbar:

 

1) Ihr Wertpapierportfolio gebucht in einem Bankdepot als Direktmandat

 

Es findet eine laufende Besteuerung der Zinsen und Dividenden statt. Dies gilt unabhängig, ob die Zinsen oder Dividenden thesauriert werden. Ebenfalls werden die laufend realisierten Kursgewinne versteuert. Die nicht realisierten Kursgewinne können bis zur Realisierung durch Verkauf steuerstundend angesammelt werden. Bei einem längeren Anlagehorizont sinkt deshalb der effektive Steuersatz unter den Kapitalertragsteuersatz (Abgeltungssteuer) .

Ihr Bankdepot kann bei einer in- oder ausländischen Depotbank gebucht werden.

 

2) Ihr Wertpapierportfolio gebucht in einem vermögensverwaltenden Investmentfonds

 

Mit vermögensverwaltenden Investmentfonds können Sie das sogenannte Fondsprivileg nutzen, das gegenüber einem Direktmandat steuerliche Vorteile gewährt.

Die im Fonds angefallenen Zinsen und Dividenden werden zwar unabhängig von Ansammlung oder Ausschüttung laufend versteuert. Die innerhalb eines Investmentfonds realisierten Erträge aus Kursgewinnen werden jedoch nicht laufend versteuert. Die realisierten und die nicht realisierten Kursgewinne können bis zum Verkauf eines Investmentfondsanteils steuerstundend angesammelt werden. Weiterhin werden die Verwaltungsgebühren im Fonds zu einem großen Teil gegen die Erträge verrechnet. Dies ist im Rahmen eines Direktmandates aufgrund der Abgeltungswirkung der Kapitalertragsteuer nicht möglich. Deshalb sinkt der effektive Steuersatz zusätzlich unter den Kapitalertragsteuersatz (Abgeltungssteuersatz) bei einem längeren Anlagehorizont.

Dem steuerlichen Fondsprivileg sind die Kosten der Fondsadministration und selbstverständlich der individuelle Investmentplan gegenüberzustellen.

Ihr vermögensverwaltender Investmentfonds kann bei einer in- oder ausländischen Depotbank gebucht werden.

 

3) Ihr Wertpapierportfolio gebucht in einer fondsgebundenen Lebensversicherung

 

Ein Wertpapierportfolio kann unter Beachtung steuerlicher Vorschriften als fondsgebundene Lebensversicherung geführt werden. Dabei wird Ihr liquides Vermögen als Wertpapierportfolio des Deckungsstocks einer Lebensversicherungsgesellschaft angelegt. Sie verlieren Ihr Eigentum am Portfolio und erwerben einen Rechtsanspruch auf Auszahlung einer Versicherungsleistung gegenüber einer Versicherungsgesellschaft. Um den Rechtsanspruch auf Ihr liquides Vermögen im Insolvenzfall der Versicherung nicht zu gefährden, bevorzugen wir eine luxemburger Lebensversicherung. Die Auszahlung der Versicherungsleistung kann im Erlebens- oder Todesfall erfolgen.

Sofern die deutschen steuerlichen Vorschriften beachtet werden, erfolgt die Besteuerung der Auszahlungen als Lebens- oder Rentenversicherung gemäß den Vorschriften des deutschen Einkommen- und Erbschafts- und Schenkungssteuergesetz. Die Besteuerung einer Lebens- oder Rentenversicherung genießt immer noch eine Privilegierung gegenüber der Besteuerung einer Anlage in einem Bankdepot oder in einem Investmentfonds:

Es findet kein steuerlicher Zufluß vor dem definierten Leistungszeitpunkt, dem Erlebens- oder Todesfall, statt. Im Unterschied zu einem Bankdepot oder einem Investmentfonds findet keine transparente Besteuerung der Erträge vor dem Leistungszeitpunkt statt.

Im Erlebensfall werden die Erträge nur zur Hälfte bei Zufluß versteuert, sofern der Vertrag nach Ihrem 62. Lebensjahr fällig wird und über eine Mindestlaufzeit von 12 Jahren lief. Es können die Erträge steuerstundend bis zum Zuflußzeitpunkt angesammelt werden. Sofern diese Voraussetzungen nicht erfüllt sind, erfolgt die Auszahlung mit Abzug der Kapitalertragsteuer (Abgeltungssteuer).

Im Todesfall ist die Versicherungsleistung als nicht steuerbare Leistung frei von Einkommensteuer. Da die Versicherungsleistung im Todesfall kein steuerbarer Tatbestand ist, können steuerlich stille Reserven aus bis zum Todestag aufgelaufenen Zinsen, Dividenden und Kursgewinnen steuerfrei realisiert und auf den Begünstigten übertragen werden.

Der steuerlichen Privilegierung der Lebensversicherung sind die Kosten der Lebensversicherung und selbstverständlich der individuelle Investmentplan gegenüberzustellen.

 

 

Die Gestaltungsmöglichkeiten Ihres Vermögens sind vielfältig. Die Planung und Berechnung der Vermögensgestaltung sind Teile unseres Investmentplans.